Warum ist das Plenum oft so leer?
Politiker sind viel gefragte Leute. Um alle Termine unter einen Hut zu bringen, müssen sie meist zehn Stunden und mehr arbeiten – oft auch am Wochenende. Die Teilnahme an Plenarsitzungen ist nur eine neben vielen anderen Terminverpflichtungen.Konferenzen, Sitzungen, Vorträge, Wahlkreisbesuche, Fototermine und Gespräche mit Journalisten finden parallel zu den Plenarsitzungen statt.
Außerdem kommen oft Besucher- oder Schülergruppen aus dem Wahlkreis, die selbstverständlich auch ihre jeweiligen Abgeordneten treffen möchten.
Ein weiterer Grund für die Leere im Plenum ist die Aufgabenteilung im Parlament. Am Anfang der Legislaturperiode bekommt jeder Abgeordnete einen speziellen Aufgabenbereich zugeordnet. Insgesamt gibt es ungefähr 15 solcher Themenbereiche, von wirtschaftlichen, militärischen bis zu umwelttechnischen Belangen.
Wenn im Plenum zum Beispiel über umweltpolitische Belange beraten wird, sind Abgeordnete aus anderen Arbeitsreichen hier schlicht überfordert. Die meisten Gesetze sind umfangreich und äußerst komplex. Letztendlich kann also nur mitreden wer sich tagtäglich mit bestimmten Gesetzen beschäftigt.
Ganz selten kommt es zu Generalaussprachen. Wenn zum Beispiel der Haushaltsplan verabschiedet wird oder außenpolitische Fragen auf der Tagesordnung stehen. Diese sind zu wichtig, als dass man sie einer kleinen Gruppe an Parlamentariern überlässt. In diesen Ausnahmefällen ist meistens die Anwesenheit aller Abgeordneten gefordert.

