29.01.2009
Morbiditätsorientierter Risikostrukturausgleich – Stückwerk wird durch Korrekturen nicht besser
zum Herunterladen: 118-Bahr-Morbi-RisikoStA.pdf (120,86 KB)
BERLIN. Zu den Ankündigen der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt und des Vorsitzenden des Bundesversicherungsamtes JosefHecken, den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich schon einen Monat nach seiner Einführung wieder ändern zu wollen, erklärt der
gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion Daniel BAHR:
Der morbiditätsorientierte Risikostrukturausgleich gehört komplett auf den Prüfstand. Alles andere ist unverantwortliches Stückwerk. Bundesregierung und Koalition sind im Vorfeld der Einführung des
morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs immer wieder darauf hingewiesen worden, dass ein solches System manipulationsanfällig ist. Nun muss die Bundesgesundheitsministerin zugeben, dass diese
Einschätzung korrekt war. Ärzte werden dafür bezahlt, dass sie Patienten zu Schwerkranken umdefinieren. Krankenkassen, die nicht bereit sind, von Hausärzten
gewollte Verträge abzuschließen, wird angedroht, eine korrekte Codierung zu verweigern. All das hat gravierende Konsequenzen darauf, wie viel Geld eine Krankenkasse für die Versorgung ihrer Versicherten aus dem Gesundheitsfonds erhält. Die jetzt vorgeschlagene Lösung, bei der Einstufung im Morbi RSA auf die
Diagnosen ganz zu verzichten und nur auf die Arzneimittel abzustellen, hilft genauso wenig weiter. Wer will es verantworten, dass Patienten dann zukünftig zu viele Arzneimittel verordnet bekommen und alternative
Therapiemöglichkeiten in den Hintergrund treten?


