Gesetzliche Neuregerlungen auf dem Prüfstand

Ibbenbüren - Es sei ihm wichtig, sich an der Basis danach zu erkundigen, ob sich die in Berlin gefassten Beschlüsse in der Praxis bewähren, erklärte der gesundheitspolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, MdB Daniel Bahr, anlässlich seines Besuches beim Caritas Fachseminar für Altenpflege in Ibbenbüren.
Dabei ging es zunächst um die Erfahrungen mit der Betreuungsassistenz. Die Regelung über finanzielle Leistungen der Pflegekassen für zusätzliche Betreuung und Aktivierung pflege-bedürftiger Menschen mit erheblichem Bedarf an allgemeiner Beaufsichtigung und Betreuung wurde im vorigen Jahr ins Sozialgesetzbuch XI aufgenommen.
Aus der Sicht des Caritas Fachseminars hat sich das neue Instrument in der Praxis voll bewährt. Das gelte auch für die Auswahl der Personen, die für diese zusätzliche Leistung qualifiziert werden. "Oft sind sie zum Beispiel bereits im hauswirtschaftlichen Bereich einer Pflegeeinrichtungen tätig, so dass sie eine klare Vorstellung von ihrem künftigen Auf-gabengebiet haben," führte Seminarleiterin Petra Berger aus. Insbesondere für Berufsfremde finde vor Beginn der Qualifizierungsmaßnahe ein Orientierungspraktikum statt.
Ferner erkundigte sich Daniel Bahr danach, wie man beim Caritas Fachseminar den jetzt beschlossenen Zugang zur Alten- und Krankenpflegeausbildung mit abgeschlossener 10-jähriger allgemeiner Schulausbildung (also auch mit Hauptschulabschluss), erst in diesem Jahr vom Gesetzgeber beschlossen, bewerte, während bislang der Realabschulabschluss erforderlich war. Es komme darauf an, so Wolfgang Dargel vom Caritas Bildungswerk Ahaus, dass Pflegeeinrichtungen und Pflegedienste, die die Auszubildenden einstellen, das in enger Kooperation mit dem Fachseminar tun, wie das auch gesetzlich geregelt sei. Im Rahmen eines Auswahlverfahrens beim Fachseminar werde man die geeigneten Bewerberinnen und Bewerber herausfinden. Man war sich einig darüber, dass durch die gesetzliche Neuregelung ein zusätzliches personelles Potential erschlossen wird, was angesichts
des weiter steigenden Personalbedarfs auch dringend nötig sei. Nicht in Betracht komme allerdings eine Absenkung des Ausbildungsniveaus. Auf die examinierten Altenpfleger und Altenpflegerinnen kämen vielmehr immer mehr Managementaufgaben zu. Das führte zu Fragen nach der Wertschätzung des Pflegeberufes, nach einer besseren Bezahlung und nach der Akademisierung des Pflegepersonals, eine Idee, die er unterstütze, weil dies in angemessenem Umfang sicherlich sinnvoll sei, betonte Daniel Bahr.
Auf dem Foto: Daniel Bahr (Mitte) diskutierte mit (v.l.) Wolfgang Dargel (Caritas Bildungswerk Ahaus), Norbert Klapper (Paritätischer), Elvira Eckhardt, Joachim Frenking und Seminar-leiterin Petra Berger (Caritas Fachseminar) sowie Jürgen Mußmann (Vorsitzender der FDP im Kreis Steinfurt).

